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Die Geschichte des Zwickauer Hauptfriedhofes

Bauzeichnung Entwurf Krematorium (Quelle: Bauaktenarchiv Stadt Zwickau) Bauzeichnung Entwurf Krematorium (Quelle: Bauaktenarchiv Stadt Zwickau)

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hatte jede der acht Kirchen in Zwickau ihren eigenen Begräbnisplatz. Durch die Pest in den Jahren 1520 bis 1522, verordnete Herzog Johann der II. von Sachsen den Bau eines gemeinsamen Begräbnisplatzes außerhalb der Stadtmauern. Vor dem „Frauentor“ in der Frauenvorstadt entstand der Margarethenkirchhof. Mit der Industrialisierung und der damit verbundenen Verstädterung reichte der Margarethenfriedhof nicht mehr aus. Am 24. April 1861 stimmten die Abgeordneten der Stadt Zwickau über die Lage des neuen Friedhofes am Brückenberg ab. Aufgrund von verschiedenen Problemen und Differenzen kam es jedoch nicht zu einem Baubeginn. Mit dem Kauf des Schlegel-Erner’schen Gutes durch den Rat der Stadt und der damit verbundenen Grundstücke (717, 733, 733G, 734G) an der heutigen Crimmitschauer Straße, nur wenige Jahre später, wurde die endgültige Platz- und somit auch die Bauentscheidung getroffen.

1863 gab es erste Planungen zur Anlage und Gestaltung des neuen Gottesackers (Plan zum neuen Gottesacker signiert von Moritz Seidel). 1864 plante das Stadtbauamt den Bau der Kapelle, des Totengräberhauses und der Leichenhalle. Jedoch wurde zunächst nur die Redehalle (Kapelle) fertiggestellt. Im November 1865 wurde der neue Friedhof eröffnet und seitdem genutzt. Die offizielle Einweihung erfolgte im Spätsommer des Folgejahres. 1866/67 wurden die Leichenhalle und das Totengräberhaus nach Planungen des Stadtbauamtes erbaut. Der Friedhof erfuhr aufgrund des hohen Bedarfes in den Folgejahren mehrere Erweiterungen. Dabei umfasst heute der ehemalige Gottesacker von 1865 die Fläche der Abteilung I. Es folgten 1872 die Abteilung II., 1878 die Abt. III., 1883 die IV. Abt., 1890 die V. und 1895 die VI. Abteilung. Der Friedhof wurde dabei stets um gleichgroße Anlagen à 21016 m² erweitert. Nur die VI Anlage ist aufgrund der Bahnverbindung mit 12920 m² kleiner ausgefallen.

Für die Planungen zum neuen Gottesacker zeichnete in den Anfangsjahren der Zwickauer Stadtbaurat Gustav Adalbert Schramm (1826-1888) verantwortlich. Der Gartenkünstler Eduard Petzold (1815-1891) war am 31. Januar 1866 zu einem Treffen bezüglich der Friedhofsgestaltung durch den Friedhofsausschuss nach Zwickau eingeladen. Die ihm vorgelegten Planungen (vermutlich die Planungen von Moritz Seidel zum neuen Gottesacker), bezeichnete er als “harmonisierend und gelungen“ (Protokoll zur Sitzung am 2. Februar 1866; Acten, die Herstellung des neuen Friedhofes betreffend No 7, sign. Carl Thost 06.02.1966). Zudem äußert er sich in einem Schreiben vom 14. März 1866 zu seinen Vorstellungen, dass ein Friedhof landschaftlich so gestaltet sein müsse, dass es kein unheimlicher Ort sei. Bezüglich des Zwickauer Friedhofes empfiehlt er bei den noch freien Flächen Baum- und Strauchgruppen und an den Mauern Schlingpflanzen anzubringen, den Weg entlang der alten Redehalle (Kapelle) sollte mit einer vierreihigen Allee aus Platanen oder Linden gestaltet sein, zudem sollte die Fahrstraße unterhalb der Redehalle (Kapelle) entfernt werden. Es erfolgte jedoch keine Umgestaltung nach seinen Wünschen.

1887 kam es zur Schließung und Umwidmung des alten Margarethenfriedhofes. Sterbliche Überreste, die nicht in gelöste Familiengräber überführt werden konnten, wurden unmittelbar beim Eingang in einem Gemeinschaftsgrab beerdigt.Am 1. November 1909 wurde das Krematorium am nördlichen Ende des Friedhofes nach nur einem Jahr Bauzeit eröffnet. Die Planungen gehen dabei auf den Stadtbaurat Thümmler zurück.

Als Folge des ersten Weltkrieges wurden 1914 in der IV. Abteilung die Quartiere IX und XIII zur Beerdigung von verstorbenen Kriegsgefangenen geschaffen. Für Kriegsgefallene wurde das Quartier XI angelegt und 1919/1920 nach Planungen des Stadtbauamtmannes Sattler und des Stadtbaurates Ebersbach zum „Ehrenfriedhof deutscher Krieger“ erweitert.Unter Stadtbauamtmann Sattler wurde 1920 an der westlichen Mauer ein heute noch erhaltenes Kolumbarium geschaffen. 1924 bis 1925 erfolgt der Bau der Unterkunftshalle mit Bedürfnisanstalt und Blumengeschäft nach den Plänen des Stadtbaurates Ebersbach und des Stadtbaudirektors Bock.1926 wurde das bestehende Kolumbarium an der westlichen Umgehungsmauer erweitert. Diese Erweiterung ist jedoch aufgrund von Kriegsschäden heute nicht mehr erhalten.

In den Jahren 1932/33 wird die Redehalle des Krematoriums nach den Planungen des Stadtbaurates Tiling und des Hofbauinspektors Ebersbach vergrößert. Dabei erfolgte der Neubau auf den Umfassungsmauern, welche ursprünglich ein Kolumbarium enthielten. 1936/37 erfolgte der Anbau eines Totenhauses mit Aufgang zum Krematorium unter der Leitung des Stadtbaurates Tiling. 1963 erfolgten weitere Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen. Im Jahr 1998 entstand neben der Trauerhalle eine neue Kremationsanlage. 2002 kam es zu zusätzlichen Umbauarbeiten des Krematoriums mit neuen Vorbereitungs-, Kühl- und Büroräumen und 2008 wurde ein neuer Empfangsbereich eingeweiht (Bauherr Stadt Zwickau).

 Ausarbeitung im Rahmen eines Praktikum im Landesamt für Denkmalpflege, Sachsen - 2009.

Letzte Änderung amMontag, 06 Mai 2013 18:31
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