Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)
Aufgabenstellung
Erklären Sie, wie die EZB Einfluss auf die Geldwertstabilität nimmt und wie die geldpolitischen Instrumente wirken!
1. Ziele der EZB
- EG-Vertrag: wichtigstes Ziel: Geldwertstabilität (Preisstabilität, Preisverfall verhindern - Inflation gering wie möglich halten)
- weiteres Ziel: „Unterstützung der Wirtschaftspolitik mit der Zielsetzung eines hohen Beschäftigungsniveaus und dauerhaften Wachstums, solange dies ohne Gefährdung der Preisstabilität möglich ist.“
- geldpolitische Strategie 1998 von EZB-Rat festgelegt
- Umsetzung durch: Geldmengensteuerung
- anhaltende Verminderung des Geldwertes heißt Inflation (Geldentwertung), eine anhaltende Erhöhung Deflation
2. Geldpolitik
2 Säulen:
- Wirtschaftliche Analyse:
- Beobachtung von Inflationsentwicklung und Größen die Einfluss auf Inflation nehmen:
- Löhne und Gehälter
- Wechselkursentwicklung
- Rohstoff- und Ölpreise
- langfristige Zinssätze
- usw.
- Beobachtung von Inflationsentwicklung und Größen die Einfluss auf Inflation nehmen:
- Monetäre Analyse:
- Beobachtung der Geldmenge M 3 da: hohes Geldmengenwachstum zur Inflation führt
- 1999 Geldmengenwachstum auf 4,5% festgelegt
- daraus folgt eine Inflationsabschätzung
3. Geldpolitische Instrumente
Allgemein:
- Steuerung der Geldmenge durch Notenbank-/Leitzinsen im Geschäft zwischen ihr und Geschäftsbanken
- Refinanzierung: bei Geldengpässen beschafft sich eine Bank Geld von der EZB durch Verkauf oder Verpfändung von Werten aus eigenem Besitz
- durch Erhöhung / Verminderung der Zinssätze verteuert / verbilligt EZB die Refinanzierung der Banken
- wenn Zinsen steigen:
- Geldbeschaffung wird teurer
- darum Verteuerung von Krediten, Kreditnachfrage geht zurück
- Güterherstellung & Dienstleistungen werden auch teurer
- Anschaffungen werden auf später verschoben (z.B Hausbau, PKW-Kauf)
- d.h. Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen gehen zurück
- das führt zu: Verlangsamung des Preisanstieges
- wirtschaftl. Leistung sinkt
- dann erfolgt Zinssenkung der EZB dadruch wird Geldbeschaffung billiger und damit die Kredite
- das führt durch einfachere / billigeren Kreditaufnahme zu mehr Investionen / mehr Anschaffungen dadurch steigt die wirtschaftliche Leistung
- Offenmarktgeschäfte:
- EZB „tauscht“ Wertpapiere für eine bestimmte Frist und Zinsen gegen Zentralbankgeld
- danach Rücktausch
- Hauptrefinanzierungeschäft:
- Transaktionen werden einmal pro Woche getätigt
- Laufzeit 1 Woche
- Pfand: besonders sichere Wertpapiere
- außerdem gibt es noch längerfristige Refinanzierungsgeschäfte
- Zinsen entweder von EZB festgelegt (Mengentender) oder Ergebnis von Zinsgeboten (Zinstender)
- Brockhaus: “Kauft die Zentralbank Wertpapiere vom Bankensystem, so steigt dessen Liquiditätsausstattung, der Spielraum für die Kreditgewährung erweitert sich (Geldschöpfung); umgekehrt kann die Zentralbank durch Verkauf von Wertpapieren die Liquidität und den Geldschöpfungsspielraum entsprechend einschränken.“
- das heißt wenn EZB Wertpapiere gegen Geld tauscht, fallen die Zinsen, mehr Geld ist dadurch im Umlauf, umgekehrt wird Geld knapper und teurer bei Wertpapierverkauf durch EZB
- ständige Fazilitäten
- Spitzenrefinazierungsfazilität: Banken erhalten für 1nen Tag Geld (zu höheren Zinssatz im Vgl. zum Leitzinssatz)
- Einlagefazilität: Banken können für einen Tag Geld anlegen (zu niedrigeren Zinssatz im Vgl. zum Leitzins)
- Mindestreserven:
- EZB verlangt: Geschäftsbanken müssen Mindestreserven auf Konten der nationalen Zentralbanken halten
- beträgt 2% von Einlagen und Schuldverschreibungen
- Devisenmarktinterventionen
- Brockhaus: „Ein Devisenankauf stützt den Kurs der fremden Währung und wirkt so einer Aufwertung der heimischen Währung entgegen.“
Quellen
(1) „Geld und Geldpolitik; Ein Heft für die Schule Sekundarstufe II“, Herausgeber
Deutsche Bundesbank; Verlag Th. Mann GmbH & Co KG, 2004
(2) „Unser Geld; Ein Heft für die Schule Sekundarstufe I“, Herausgeber Deutsche
Bundesbank; Verlag Th. Mann GmbH & Co KG, 2003
(3) http://de.wikipedia.org
(4) Brockhaus multimedia 2005